Bei Karasek, aus dem letzten Beitrag, ist mir direkt David Vann eingefallen, dessen neues Buch „Die Unermesslichkeit“ gerade in den Feuilletons gefeiert wird. Da mich vom Sujet her sein Roman „Im Schatten des Vaters“ mehr ansprach – der Klappentext liess das Herz des Carver-Fan („Beginners“ – Neu! Lesen!) hoeher schlagen – las ich jenes… zu 3/4. Mag der erste, der Gefuehlswelt des Sohnes gewidmete, Teil noch halbwegs ertraeglich sein, verfaellt der zweite, dem Vater gewidmete, Teil vollends in schlimmste Popcorn-Kuechentisch- Psychologie. Fuer Menschen (Stuuuudenten), die „In Treatment“ für grosses Anti-Kino halten, ist dieses Buch sicherlich eine Offenbarung und waermstens empfohlen!
Literarisch rangiert das hausbackene Werk knapp ueber „Was gesagt werden muss“ von Günther Grass, Psychologisch ist es grobschlaechtige Effekthascherei.
Fazit: Nicht mal schoene Landschaftsbeschreibungen.
Im 4. und neuesten der „Kayankaya-Krimis“ scheint sich Jakob Arjouni die Kritik des Altherrenwitz-Liebhabers-Trivialliteratur-schreibenden-Stammtischpolitikers Hellmuth Karasek zu Herzen genommen zu haben und seinem (Anti-) Helden Kemal Kayankaya eine Spur mehr Empathie verordnet. „Kismet“ liest der Autor gluecklicherweise wieder selbst.
Ich fuehle mich auf dem Land nicht wohl. Und das Land fuehlt sich in meiner Gegenwart nicht wohl. Alles, was Fluegel hat, sticht mich. Jede Muecke, jede Wespe, jeder Moskito, jede Fliege und jeder Floh sticht mich. Wenn Schmetterlinge und Motten stechen koennten, wuerden auch sie mich stechen.
#1 the new flick by the coens is even worse than the last one
#2 breakfast at tifanny’s is soo good.
#3 time can‘t make everything vanish, mr. proust.
#4 la roux need to improve their merch range.
#5 i‘m jealous of madame belucci.
#6 whiskey aint a foe.
#7 „¿Donde está la zapateria?“ won‘t help getting „Los abrazos rotos“.
#8 „Nikólaos“ can be understood to mean victory of the people or „power of the people“.
#9 i heard it means something like: the one who subjagates the world.
#10 marcel proust – walter benjamin – jean améry. enough talk.
Heinrich von Kleist – Michael Kohlhaas. (Aufbau Verlag 1980).
Ein sehr schoene Ausgabe im aussergewoehnlichen Format von 16 × 21cm, mit Leineneinband und wunderbaren Illustrationen von Ernst Barlach.
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