Archiv für Juni 2013

Braufactum Progusta

Mein Favorit unter den „richtigen“ Braufactum-Bieren.
Besonders der Citrahopfen stroemt in die Nase. Durch die Kalthopfung kommen die verwendeten Hopfensorten sehr gut zur Geltung. Das Bier hat eine wunderbare Laenge. Leichte Schaerfe (Pfeffernoten) im Abgang. Hier gibt es nicht auf die Fresse, gleichzeitig aber nicht so brav wie viele der anderen Braufactum-Biere.
Zumindest die verwendeten Hopfensorten kommen alle sehr gut zur Geltung, wobei die Bitterkeit sehr gut eingebunden ist und mit der Suesse harmoniert.
Das Progusta ist eine wirklich gelungenes Bier, das allen Aromen Platz bietet, ohne eins dominieren zu lassen. Es steckt sicher sehr viel Tueftelarbeit darin, bis das richtige Verhaeltnis gefunden war.
Auf die Pfeffernoten im Abgang koennte ich verzichten, zumindest wenn ich das Progusta nicht als Begleitung zu einem korrespondierenden Essen trinke.
Ich kann mir gut vorstellen, dass vielen Testern das Progusta einen zu perfektionistischen, elitaeren Ansatz hat. Auch wenn es sich hier um kein Samstagabend Kneipenbier handelt, hat es doch seine Daseinsberechtigung und man kann diesen oktroyierten Braufactumleitsatz, Biere als Equivalent zum Wein zu etablieren, foermlich riechen (oder noch besser: schmecken).

Nix fuer Suffkkoeppe (trinke es trotzdem) und wirklich am besten zu einem passenden Essen zu geniessen. Beim Preis von 12 Euro/0.75l wohl auch nicht so passend. Da faellt mir die Côte d‘Azur ein, an der man gern mal 14 Euro fuer ein 0,33l Heineken bezahlt. Da verschieben sich die Perspektiven und der Suffkopp ist wieder oben auf.

Augustiner Bräu Lagerbier Hell

Das Edelstoff ist mein Lieblingsgemuetlichkeitsbier. So erfrischend und einfach NjamNjam. Da kommt das helle Lagerbier daher und ist kein Stueck weniger sueffig. Schon fast beaengstigend wie gut diese Biere sind. Es wird Zeit, Platz im Keller fuer die anderen Biere der Brauerei zu schaffen.

Song of the Day

The we-wanna-make-it refrain is a bit annoying, but the song is so sexy and the videos just a perfect compagnon.

Struise-Tag

WITTE

Beim ersten Mal empfand ich das Witte noch als recht langweilig. Heute hingegen war es das perfekte Bier am fruehen Nachmittag! KO und nach Erfrischung heischend begeisterte mich die Ausgewogenheit. Bisschen Weizen, Hefe, Malz und vorallemn die Zitrusnoten machten den mueden Affen wieder munter… halbwegs. 1001 mal wirksamer als der ganze „isotonische“ 0% Scheiss, von dessen Wunderwirkung die Werbung landauf, landab toent. Mal wieder festgestellt, dass nicht nur die richtige Lagerung wichtig fuer den Biergenuss ist, jede Situation hat ihr Bier… oder besser: Ihre Biere!

2-3 weitere Biere von den Struise Brouwers warten noch darauf mir den Sonntag zu versuessen.

Black Albert

„One out of a dozen ales that is as black as hell, filthy rich in the nose and with massive spoiled taste“ – amuesante Selbstbeweihraeucherung through the roof! Schwarz wie die Hölle ist das Gebraeu auf jedenfall schon mal. Da kommt kein Sonnenstrahl (vom Himmel gesandt) durch. 13% himmlische Prozent, die sich nach der Haelfte der Flasche in der Wirkung auch noch vornehm zurueckhalten. Im Vergleich zum Pannepot ist der Albert nicht ganz so sueffig. Das „Njam-Njam-“ Gefuehl will sich nicht soooo einstellen, was an der dominierenden Suesse liegt. Allein die Farbe vom Bier und seiner Schaumkrone ist jedoch zum Niederknien. Vielleicht haette ich doch zunaechst zum IPA greifen sollen. Die 2. Haelfte der Flasche kommt mit auf den Balkon (awwww, wie sich das Gesoeff aus der Flasche quaelt, erinnert an einen sehr starken Espresso) – vielleicht regt das Gebruell von Tauben, plaerrender Kids und das Saeuseln des Windes die Geschmacksnerven noch mehr an. [Soundtrack: Bolt Thrower – Mercenary (sehr passend!)]

[…]

Bis auf die Erinnerung daran, dass ich noch vor 2 Jahren Biere wie den Black Albert als ungeniessbare alte Malzbonbons abgetan haette, brachte die Frischluftzufuhr keine neuen Erkenntnisse. Ach doch, die 13% machen sich nun etwas bemerkbar.
Fazit: Wieder keine Enttaeuschung aus dem Hause Struise. Leichte Abstriche in der Sueffigkeit, jedoch ein weiterer Grund, neben Chocolatier M („Best Chocolatier of Belgium, Gault & Millau 2013), bald wieder nach Belgien zu fahren.

Tatort dann wohl mit Everybody’s Darling, einem der IPA der Struise Brouwers.

SVEA IPA

Nein, Nein, NEIN, auch 1h nach dem Black Albert sollte man nicht zu einem IPA greifen. Vielleicht fehlt es diesem Bier allerdings auch etwas an Spritzigkeit, Hopfen und Zitrusnoten.
… noch ein Schluck: Aaaah, da ist er der Hopfen und die leichten Zitrusnotzen. Die Bitternoten sind recht gut eingebunden. Seit geraumer Zeit scheint das IPA der Liebling der coolen Brauereien (read: CRAAAAAAAFT) und der Bierexperten zu sein. Falls der „Struise twist“ nicht ein Hopfen-Potpourri ist, werden die scheinbar obligatorischen 5 Hopfensorten hier nicht erreicht – komme ich gut mit klar. Schwierig, ob der Black Albert noch immer nachwirkt? Dieses IPA ist mir zu schwer und suess, nicht fruchtig und hopfig genug. Die Karbonisierung reicht auch nicht aus.
Fazit: Naechste Verkostung nicht nach einem Black Albert.

… schon wieder Bier!

Die Biere des letzten Wochenendes. Der ganz klare Gewinner ist das Hercule Stout, ein wirklich rundes Bier mit tollen Malz-/Roest-/Kaffeearomen. Der Kohlensaeuregehalt stimmt und wunderbar sueffig ist es obendrein.
Die hochgelobten Biere der Brauerei St Feuillien hingegen eine Enttaeuschung. Besonders beim Tripel ist der penetrante Alkoholgeschmack, der alles ueberlagert, mehr als stoerend. Beim Brune ist es nicht ganz so schlimm, trotzdem dominiert der Alkohol das ansonsten intelligent gebraute Bier.
Das Morpheus Tripel ist zum einen kein Tripel und auf der anderen Seite durch die Decke karbonisiert. Mit etwas Glueck (& Schnelligkeit) behaelt man nach dem Oeffnen vielleicht sogar noch etwas in der Flasche, um das Bier probieren zu koennen.

Ganz klare Kaufempfehlung fuer das Hercule Stout! Danach dann eine Struise Pannepot und der Bedarf an Kaffee, Schokolade, Espresso ist fuer die naechsten… Stunden gedeckt.

St Feuillien
Ellezeloise
Alvinne